Ein starker Abend mit starken Impulsen für die Pflege der Zukunft!
Angesichts des demografischen Wandels und einer älter werdenden Gesellschaft wird deutlich: Unsere Pflegestrukturen müssen grundlegend neu gedacht und solidarisch weiterentwickelt werden.
Daher luden die Grauen Grünen Saar zu einer Veranstaltung ein, die diese Problematik näher beleuchten sollte.
Kordula Schulz-Asche, langjährige Bundestagsabgeordnete und ausgewiesene Pflegepolitikerin von Bündnis 90/Die Grünen, gab wertvolle Impulse für eine zukunftsfähige Pflegepolitik.
Zentrale Herausforderungen sind:
- Einer zunehmend alternden Gesellschaft steht eine begrenzte Zahl an jungen Menschen gegenüber, was in allen Bereichen zu einem drastischen Fachkräftemangel führt.
- Die Kosten für Pflege steigen und können durch die Pflegeversicherung nicht aufgefangen werden. Viele Pflegebedürftige, vor allem Frauen, sind auf Hilfe zur Pflege angewiesen.
- Die zunehmende Kommerzialisierung von Pflegeleistungen führt zu erheblichen Problemen. Pflege wird zur Ware und unterliegt Marktbedingungen und nicht sozialen Aspekten.
- Menschen wünschen sich mehr Menschlichkeit, Würde, Selbstbestimmung und Teilhabe im Alter
Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, brauchen wir:
- Kommunale und quartiersnahe Pflegekonzepte,
- Neue Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser,
- Vielfältige Präventionsmaßnahmen, verlässliche Treffpunkte, Barrierefreiheit im Verkehrsraum,
- Diversität in der Pflegeausbildung und Migration
„Die beste Unterstützung ist, Pflegebedürftigkeit erst gar nicht entstehen zu lassen. Einsamkeit ist einer der stärksten Risikofaktoren. Leicht zugängliche Treffpunkte, verständliche Informationen und aufsuchende soziale Arbeit können das soziale Netz knüpfen, das wir brauchen“, so Kordula Schulz-Asche. „Eigentlich ist es ganz einfach: Bedarfe in einem sozialen Raum müssen frühzeitig erkannt werden, entsprechende Akteure treffen sich regelmäßig und erarbeiten einen entsprechend abzustimmenden Einsatzplan, dessen Wirksamkeit und Funktionsweise regelmäßig überprüft werden – so kurz und knapp das Rezept.“
Es gibt deutschlandweit gute Beispiele dafür, die entsprechend kommuniziert werden sollten, z. B. die in Rheinland-Pfalz eingesetzte Krankenschwester plus. Als vorbildlich nennt Schulz-Asche das bei uns Grünen bekannte WHO Konzept der „altersfreundlichen Stadt“, das wir öffentlich wirksam fordern und stärken sollten.
Die Grauen Grünen Saar setzen sich mit Nachdruck dafür ein, dass Pflege nicht im Verborgenen geschieht, sondern als gesellschaftliche Aufgabe sichtbar und gerecht gestaltet wird.
Vielen Dank an alle Teilnehmenden für das große Interesse und den konstruktiven Austausch – und besonders an Kordula Schulz-Asche für ihre Expertise und ihren Einsatz!
Pflege geht uns alle an. Es ist Zeit, sie neu zu denken – gemeinsam und solidarisch.