Graue Grüne fordern verbindliche kommunale Altenplanung im Saarland

Die weiter steigenden Eigenanteile in Pflegeheimen treffen das Saarland besonders hart. Monatliche Kosten von deutlich über 3.000 Euro sind für viele Pflegebedürftige nicht mehr zu stemmen. Zunehmend müssen Kommunen über die Sozialhilfe einspringen – mit gravierenden Folgen für ihre Haushalte.

Angesichts weiter steigender Pflegekosten, auch in der ambulanten Versorgung, fordern die Grauen Grünen eine verbindliche kommunale Altenplanung im Saarland. Pflege und Unterstützung im Alter müssten vorausschauend organisiert werden, statt erst zu reagieren, wenn Menschen bereits im Pflegeheim landen.

„Ohne kommunale Altenplanung steuern wir sehenden Auges in eine Versorgungskrise“, erklärt Hubert Jung, Sprecher der Grauen Grünen. „Pflege darf nicht nur verwaltet, sie muss geplant werden. Sonst zahlen Betroffene und Kommunen den Preis.“

Aus Sicht der Grauen Grünen fehlt es bislang an einer verpflichtenden Planung, die Pflege, Wohnen, Beratung, Prävention und soziale Teilhabe zusammenführt. Dabei liegen gerade auf kommunaler Ebene entscheidende Stellschrauben.

Barbara Klein-Braun, Vorsitzende der Grauen Grünen Saar und Stadträtin, betont: „Kommunen brauchen den Auftrag und die Mittel, um frühzeitig Strukturen aufzubauen. Altenplanung ist eine Voraussetzung für würdiges Altern und für finanzielle Entlastung der Städte und Gemeinden.“

Konkret fordern die Grauen Grünen auf kommunaler Ebene:
• regelmäßige Bedarfsanalysen zur Entwicklung der älteren Bevölkerung,
• den Ausbau von Pflege- und Wohnberatungsstellen,
• die Förderung altersgerechten und gemeinschaftlichen Wohnens,
• den Aufbau von Quartiersstrukturen und Nachbarschaftshilfen,
• bessere Koordination ambulanter Angebote sowie Entlastung von Angehörigen.

„Wer früh in Beratung, Prävention und Quartiersarbeit investiert, kann Pflegebedürftigkeit hinauszögern und Heimaufenthalte vermeiden oder verkürzen“, so Hubert Jung. „Das ist sozial gerecht und finanziell klug.“

Die Grauen Grünen fordern daher:
• die gesetzliche Verankerung kommunaler Altenplanung im Saarland,
• eine verlässliche Finanzierung durch Land und Bund,
• sowie die verbindliche Verzahnung von Altenplanung, Pflegepolitik und Stadtentwicklung.

„Gute Pflege beginnt vor dem Pflegefall und sie beginnt in den Kommunen“, so Hubert Jung abschließend.