Zum Internationalen Tag der Pflege erinnern die Grauen Grünen Saar daran: Pflege ist weit mehr als ein „Versorgungsproblem“. Sie betrifft die Würde des Menschen und damit den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.
Millionen Angehörige leisten Tag für Tag Enormes, oft bis an die Grenzen ihrer eigenen Kräfte. Ohne ihren Einsatz würde das Pflegesystem längst kollabieren. Gleichzeitig arbeiten professionelle Pflegekräfte unter Bedingungen, die viele an ihre Belastungsgrenzen bringen: Personalmangel, Zeitdruck, ständige Fahrerei, Bürokratie und eine Bezahlung, die der Verantwortung häufig nicht gerecht wird.
Die Grauen Grünen Saar fordern deshalb eine Pflegepolitik, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt statt wirtschaftlicher Interessen. Gute Pflege braucht Zeit, Zuwendung und verlässliche Strukturen. Sie darf nicht davon abhängen, wie hoch das Einkommen ist oder ob Angehörige sich selbst aufopfern können.
Wir setzen uns ein für:
- bessere Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung in der Pflege
- mehr Unterstützung und Entlastung für pflegende Angehörige
- den Ausbau von Tagespflege, Kurzzeitpflege und wohnortnahen Hilfsangeboten
- eine kommunale Pflegeplanung, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert
- gut ausgestattete kommunale Pflegekompetenzzentren
- neue Wohn- und Sorgeformen zwischen Isolation und Heimunterbringung
- eine Gesellschaft, die Alter, Krankheit und Hilfebedürftigkeit nicht verdrängt
Pflege ist keine private Aufgabe einzelner Familien, sondern eine zentrale gesellschaftliche Verantwortung. Gerade ältere Menschen wünschen sich, möglichst lange selbstbestimmt und in vertrauter Umgebung leben zu können. Dafür braucht es starke Kommunen, funktionierende Nachbarschaften und eine verlässliche soziale Infrastruktur.
Am Tag der Pflege sagen wir deshalb nicht nur „Danke“, denn Dank allein reicht nicht. Wer Pflege wirklich wertschätzt, muss endlich die Voraussetzungen schaffen, unter denen menschenwürdige Pflege möglich ist: für Pflegebedürftige, Angehörige und Beschäftigte gleichermaßen.