„Boomer-Soli“ – Solidarität ja, aber sozial gerecht!

Die Grauen Grünen Saar lehnen pauschale Abgaben auf Renten ab – und fordern eine echte Reform der Altersvorsorge.

Der Vorschlag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), einen sogenannten „Boomer-Soli“ auf höhere Renteneinkünfte zu erheben, hat bundesweit für Diskussionen gesorgt. Die Grauen Grünen Saar begrüßen die Debatte über Generationengerechtigkeit – lehnen den konkreten Vorschlag jedoch ab.

Barbara Klein-Braun, Vorsitzende der Grauen Grünen Saar, erklärt:

„Wir Babyboomer haben den Weg zum Wachstum geebnet, wir haben dieses Land je nach Geburtsjahr über Jahrzehnte mit aufgebaut: in Schule, Pflege, Industrie, Verwaltung, Ehrenamt. Wir haben Reformen mitgetragen, Kürzungen akzeptiert und Einschränkungen hingenommen, die nachfolgenden Generationen oft erspart blieben.“

In vielen Fällen mussten Babyboomer bei der Berufswahl Abstriche machen, weil es nur begrenzte Studienplätze oder Ausbildungsmöglichkeiten gab. Viele fanden trotz Studium keine adäquaten Berufe, Beihilfen im öffentlichen Dienst wurden gekürzt, Weihnachts- und Urlaubsgeld gestrichen oder zurückgefahren. Auch das Renteneintrittsalter wurde sukzessive erhöht. Der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze verlief nur schleppend, was insbesondere bei Frauen zu Karriereunterbrechungen, Teilzeitbeschäftigungen und langfristig geringeren Renten geführt hat. Viele haben ihre Angehörigen selbst gepflegt, weil staatliche Angebote fehlten – und dabei eigene Belastungen geschultert.

„Uns jetzt pauschal zur Kasse zu bitten, ignoriert unsere Lebensleistung und unsere Beiträge zur Stabilität des Sozialstaats“, ergänzt der Vorsitzende Hubert Jung.

Gerade im Saarland, wo die Durchschnittsrenten ohnehin weit unter dem Bundesdurchschnitt liegen, würde ein Boomer-Soli viele Menschen treffen, die selbst mit voller Erwerbsbiografie kaum über die Runden kommen. Besonders betroffen: Frauen mit unterbrochenen Berufswegen und prekären Beschäftigungsverhältnissen.

Die Grauen Grünen Saar fordern:

  • Eine gerechte Steuerpolitik, bei der große Vermögen und Erbschaften stärker zur Finanzierung des Sozialstaats beitragen.
  • Ein stabiles Rentensystem, das auch Menschen mit niedrigen Löhnen und unterbrochenen Erwerbsbiografien absichert.
  • Kommunale Investitionen in Pflege, Wohnraum und Nahversorgung, damit das Älterwerden in Würde gelingt – gerade im ländlichen Raum.
  • Anerkennung der Lebensleistung statt pauschaler Belastung einer ganzen Generation.

„Solidarität ist wichtig – aber sie darf nicht bedeuten, dass wir Ältere gegeneinander ausspielen. Wer viel hat, soll mehr beitragen – das gilt auch für ältere Menschen mit großen Vermögen. Aber Rentnerinnen und Rentner mit jahrzehntelanger Erwerbsarbeit pauschal zur Kasse zu bitten, ist der falsche Weg.“ – so Jung weiter.

Die Grauen Grünen Saar setzen sich für eine sozial gerechte, generationenübergreifende und kommunal verankerte Alters- und Pflegepolitik ein. Altersarmut muss bekämpft werden – aber durch kluge Strukturreformen, nicht durch neue Belastungen der Falschen.